Flyer-Aktion beim Zirkus Afrika am 10.09.2010 PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 16. September 2010 um 09:18 Uhr

[Update - Anmerkung: Am 16.09.2010 haben  Nazis in Erfurt versucht, Flyer gegen den Zirkus Afrika zu verteilen. Natürlich distanzieren wir uns klar von dieser Aktion und der faschistischen Ideologie, die dahinter steckt ( vgl.: http://antispe-arge.org/wir.html). Auch  möchten wir noch einmal drauf hinweisen, dass Nazis in der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung nichts verloren haben.]

 

Folgender Bericht wurde uns anonym von TierrechtlerInnnen zugeschickt. Sie baten uns diesen zu veröffentlichen, da sie selbst keine Internetpräsenz haben.

 

 

Flyer-Aktion beim Zirkus Afrika am 10.09.2010

 

  1. Vorbereitungen am Mittag

 

Mittags war ich schon alleine mit meiner Kamera vor Ort, um mir die Tiere, deren Haltung und Zustand anzusehen und Bilder zu machen. Ich habe mich als normale Bürgerin ausgegeben, die einfach nur die Tierschau besuchen möchte, sich also gegen ein geringes Entgelt ein wenig umsehen möchte. Das hat auch geklappt und ich konnte für 3€ alleine auf dem Gelände umherlaufen und mir die Tiere ansehen. Dies zeigt meiner Ansicht nach, dass das Personal auch relativ unzuverlässig ist, da es schon riskant ist, die Leute alleine zu den Tieren zu lassen. Erst recht, da wir alle wissen, was erst kürzlich in Jena passiert ist. Im Tierbestand des Zirkus Jambo Afrika sind am Freitag 4 Elefanten, etwa 20 Pferde, 2 Hunde und ca. 4 Kamele gewesen. Ich habe mich genauer mit den Elefanten auseinandergesetzt, wobei mir auch bei den anderen Tieren das ein oder andere aufgefallen ist. Die Elefanten sind alle weiblich und zwischen 15 und 45 Jahren alt. Von den vier Kühen sind 3 aus Afrika, die andere, scheinbar auch junge Kuh, kommt aus Indien. Untergebracht waren sie bei meinem Besuch in einem Außengehege, das in etwa 15m x 20m war, vielleicht auch ein wenig größer oder kleiner. Auf dem Gelände der Dickhäuter war wenig Gras, einzelne Stöcke lagen herum, doch es fehlte an Futter oder Beschäftigungsmaterial. Nicht einmal Wasser war vorhanden!!! Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, war das „abgezäunte“ Gelände nicht einmal ausbruchsicher… Es war lediglich ein Seil gespannt, das allerdings kein Hindernis für ein solch gefährliches und kräftiges Tier darstellt. Den Elefanten war eindeutig extrem langweilig, sie wirkten alle zeitweise gehemmt, dann wieder angespannt, nervös, gelangweilt… Das ist mir aufgefallen, weil die Tiere den Kopf samt Rüssel hin und her bewegt haben, minutenlang… Dieses Verhalten habe ich auch auf Video aufgenommen.

Zur Manege muss ich sagen, dass der Sand nicht hoch genug war. Ich habe durch eigene Recherchen herausgefunden, dass der Boden der Manege ca. 15cm mit Sand aufgefüllt sein muss und zusätzlich auf den Sand noch Sägemehl gestreut werden muss. Von Sägemehl gab es keine Spur. Der Sand war ebenfalls nicht hoch genug- ich habe meinen Finger hineingesteckt und schätze die Höhe auf ca. 1-2 cm, also lange nicht hufhoch, wie es sein müsste.

Die Pferde waren zum größten Teil entweder extrem hektisch oder ziemlich apathisch. Das hat mich wirklich erschreckt, da ich das absolut nicht von Pferden kannte. Ich kenne sie als aufgeschlossene und aufgeweckte Tiere, aber die Pferde im Zirkus waren sehr schreckhaft und scheu, teilweise auch skeptisch, als ich mich mit ihnen befassen wollte. Die Kamele wiederum schienen recht aufgeweckt und waren auch zutraulich und neugierig. An den Beinen hatten sie aber teilweise seltsam aussehende Stellen, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie vom hinknien oder etwas anderem kommen. (Bilder werden folgen)

 

  1. Die Gruppenaktion

 

Etwa halb 7 am Abend waren wir am Zirkus. Wir haben im Internet einen Text gefunden, der Teile eurer Chronologie des Zirkus und Nachrichten der Presse beinhaltete. Diesen Text haben wir kopiert und zusammen mit Zirkus-Flyern von Peta auf dem Parkplatz vor dem Zirkus an die Menschen verteilt. Daraufhin geschah etwas, das wir nicht erwartet hatten, uns aber sehr berührt hat: Viele der Leute, denen wir freundlich die Flyer gegeben hatte, lasen sich diese durch und drehten tatsächlich wieder um. Sie beschlossen, auch wenn die Kinder traurig waren, etwas anderes mit ihnen zu unternehmen. Der Zirkus war sowieso nicht besonders gut besucht und wir sorgten mit den Flyern dafür, dass noch mehr Leute beschlossen, diese Tierquälerei nicht zu unterstützen. Es war einfach ein wahnsinniges Gefühl- bis die Polizei auftauchte. Diese erklärte uns, dass der Zirkus laut eigenen Aussagen auch den Parkplatz, auf dem wir die Infos verteilten, mit angemietet hatte. Dies müssten sie allerdings auch erst noch nachprüfen. Wir hatten uns auch schon vorab mit dem Ordnungsamt in Verbindung gesetzt und niemand teilte und mit, dass der Zirkus auch diese Fläche mit angemietet hat.

 

Alles in allem war die Aktion ein riesiger Erfolg, da wir einigen Menschen die Augen geöffnet haben. Auch wenn bei den Kindern Tränen flossen- sie werden es von ihren Eltern erklärt bekommen und sicher schöne Alternativen finden.

 

Nun heißt es allerdings auch: seelisch und moralisch vorbereiten auf die Kundgebung am 18.09.2010. Zunächst geht es, wie immer um 11:30Uhr bei Breuninger los. Im Anschluss wird eine weitere Kundgebung vor dem Zirkus Afrika auf dem Festplatz der Thüringenhalle stattfinden.

 


 

 
 
 


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